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#66: Content-Klau-Vorwürfe gegen Big Tech, Qualcomms Doppel-Übernahme
🪚, liebe Cruncher!
Und guten Morgen, Innovations-Standort Hamburg – hier hat der Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs seinen Jahresbericht 2024 vorgestellt. Darin: Forderung nach klaren Grenzen für KI, sowie ein Rekordhoch bei Bußgeldern wegen Datenschutzverstößen.
Während also auf der ganzen Welt längst alle KI-Modelle über Grenzen und Datenschutz hinweg Daten verarbeiten (👇), schreiben deutsche Behörden den 100. Bericht zu „Chancen und Risiken von KI“ – und feiern Bußgeld-Rekorde.
Before The Bell

*Stand: Vortag, 22 Uhr – was diese Zahlen bedeuten 📊
Big Tech: KI-Industrie unter Druck – immer mehr Klagen wegen mutmaßlichem Content-Klau

Im Urheberrechtsstreit mit OpenAI – die New York Times (Foto: IMAGO)
Was ist passiert: Neue Untersuchungen werfen OpenAI, Meta und anderen KI-Größen vor, ihre KI-Modelle mit nicht-lizenzierten, urheberrechtlich geschützten Büchern trainiert zu haben
Darunter: Kostenpflichtige Fachbücher, Bestseller und wissenschaftliche Arbeiten 📚
Die Details: Weil frei verfügbare Webdaten ausgereizt sind, greifen viele KI-Entwickler zu geschützten Inhalten, auch ohne Lizenz – bislang ist nicht klar, ob das legal ist oder nicht
O’Reilly-Fall: Laut dem AI Disclosures Project kennt OpenAIs GPT-4o Inhalte aus Fachbüchern des Computerbuchverlags O’Reilly, obwohl nie Lizenzen abgeschlossen wurden – ältere Modelle wie GPT-3.5 haben dieses Wissen nicht (die Auflage des LLM Engineer’s Handbook hätte man sich vielleicht 2x überlegen sollen)
Meta-Leaks: Interne Dokumente belegen, dass Meta-Teams auf die Piratenplattform LibGen (think: riesige Schattenbibliothek mit Millionen raubkopierter Bücher) zugegriffen haben, um das KI-Modell Llama zu trainieren – trotz interner Warnungen von Juristen
Industrie-Standard? Auch andere KI-Schwergewichte wie Google DeepMind, Anthropic oder xAI stehen im Verdacht, beim Trainingsmaterial auf fragwürdige Quellen gesetzt zu haben
Relevanz: Besonders begehrt sind wissenschaftliche Fachartikel, Lehrbücher, medizinische Studien und Belletristik – also genau die Segmente, die eigentlich urheberrechtlich geschützt sind
Warum das wichtig ist: Entwickler von LLM-Modellen werden auch deswegen immer höher bewertet (think: OpenAI ist nun so wertvoll wie Coca-Cola), weil sie so schlaue Antworten geben wie teuer bezahlte Angestellte – das funktioniert aber nur so lange, wie sie im Gegensatz zu Top-Uni-Absolventen weder Studiengebühren bezahlen noch Lehrbücher kaufen müssen
Sonst: Müssten sie ein Stück vom Kuchen abgeben, was wohl auch den Preis von KI-Subscriptions steigern – und die Bewertung ihrer Macher senken würde
Doch: Die Rechtslage ist unsicher – und laufende Gerichtsprozesse (think: NYT vs. OpenAI, Autorenallianz vs. Meta, Verlage vs. Google) werden klären müssen, ob der Wildwest-Ansatz der KI-Industrie legal ist
Fair Use unter Druck: Die Berufung der Branche auf „Fair Use“ (think: KI erzeuge neue Inhalte mit genügend hoher Originalität – so wie Menschen es ja auch dürften) könnte vor Gerichten ins Wanken geraten
Vor allem: Wenn systematisch auf kostenpflichtige oder gar raubkopierte Inhalte zurückgegriffen wurde…
Further Reading: Reuters, TechCrunch, The Atlantic, The Guardian, Axios
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Big Bets: US-Chipriese übernimmt VinAI – um KI schneller auf dein Smartphone zu bringen

EdgeAI im Fokus: Qualcomm-CEO Cristiano Amon (Foto: IMAGO)
Was ist passiert: Der US-Chiphersteller Qualcomm übernimmt die GenAI-Sparte MovianAI der vietnamesischen KI-Schmiede VinAI
Das Ziel: Stärkung der eigenen AI-Toolchains und Vorbereitung von AI-Native-Chips für den Einsatz in Smartphones, Tablets, Autos und im IoT-Bereich
Die Details: Die Chipschmiede setzt verstärkt auf Edge KI (läuft auf Endgeräten wie Smartphones statt auf Servern) – vor wenigen Wochen übernahm Qualcomm daher schon das deutsche KI-Unternehmen Edge Impulse, das auf KI-Modelle zum Betrieb auf Endgeräten spezialisiert ist
MovianAI 101: MovianAI entwickelt generative KI-Modelle wie Bildgeneratoren sowie RecGPT-7B, ein spezialisiertes LLM für Recommendation-Systeme
Qualcomm 101: Qualcomm ist einer der führenden Entwickler von Mobile- und IoT-Chipsätzen – bekannt für Snapdragon-Prozessoren (in vielen Android-Handys verbaut), Modems und seit kurzem für AI-optimierte Hardware für Smartphones, Autos und IoT-Geräte
Starke Wurzeln: MovianAI gehört zu VinAI, das 2019 vom früheren DeepMind-Forscher Hung Bui gegründet wurde – VinAI wiederum ist Teil der Vingroup, Vietnams größtem Mischkonzern, der u.a. E-Autos produziert und (bissle random) Hotelzimmer vermietet
Publikationspower: VinAI gilt als forschungsstark und veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Arbeiten und Open-Source-Modelle im Bereich GenAI
Warum das wichtig ist: Qualcomm möchte sich mit der Übernahme von VinAI und Edge Impulse in nur einem Monat als ein führendes Unternehmen für Edge AI etablieren, das im Gegensatz zu herkömmlicher AI ohne tausende GPUs in Rechenzentren auskommt
Großer Markt: Edge AI führt KI-Anwendungen direkt auf Endgeräten aus, was sie durch lokale Verarbeitung sicher vor Einsichten von außen schützt – und ohne Internetverbindung auskommt
Aber: Dazu braucht es starke Prozessoren auf eigentlich stark ressourcenbeschränkten Endgeräten wie Smartphones
Doch: Wer könnte diese besser entwickeln als ein führender Smartphone-Chiphersteller wie Qualcomm zusammen mit Edge-AI-Softwareschmieden?
Further Reading: TechCrunch, SiliconAngle, Tech in Asia
Top Reads
🏭 Die deutsche Industrie setzt verstärkt auf KI. 42 % der Unternehmen nutzen sie bereits in der Produktion, weitere 35 % planen den Einsatz in diesem Jahr. Viele Experten sehen 2025 als entscheidendes Jahr für KI-Umsetzung – auch weil Agenten-Lösungen die Produktivität bald noch schneller steigern können. (Deep Dive)
🤖 Google DeepMind hat ein 145-seitiges Papier zu Sicherheitsthemen rund um Artificial General Intelligence (AGI) veröffentlicht. Es prognostiziert AGI bis 2030 und warnt vor möglichen Gefahren. DeepMind betont, bei eigenen Modellen stets darauf zu achten, gewisse Sicherheits-Standards zu erfüllen – und zweifelt zugleich an, dass Konkurrenten wie Anthropic und OpenAI dies auch tun. (Deep Dive)
🎓 Anthropic, das KI-Start-up hinter Claude, führt „Claude for Education“ ein. Dieser neue Dienst zielt auf Hochschulen ab und bietet Studenten und Dozenten Zugang zum KI-Chatbot Claude. Features wie „Learning Mode“ sollen Studenten bei der Vorbereitung auf Prüfungen helfen – und kritisches Denken fördern. Bigger Picture: Anthropic plant, seinen Umsatz bis 2025 zu verdoppeln und konkurriert direkt mit OpenAIs ChatGPT Edu. (Deep Dive)
Headlines
Actively AI: Sammelt €22,5 Mio. für KI-gestützte Verkaufsoptimierung (Deep Dive)
Google: Strukturiert KI-Führung um und setzt neuen Leiter für Gemini ein (Deep Dive)
Meta: KI-Forschungschefin Pineau geht, Llama-Projekt vor Umbruch (Deep Dive)
Microsoft: Bringt KI-Funktionen auf AMD- und Intel-Notebooks (Deep Dive)
Parasail: Startet GPU-Plattform für KI-Entwicklung mit +10 Mio. $ Funding (Deep Dive)
Wikimedia Foundation: KI-Crawler treiben Traffic der Wikipedia-Mutter um 50 % hoch (Deep Dive)
Tool Updates
Meta: Integriert KI-Assistenten in europäische Messenger-Dienste (Deep Dive)
Google: Gemini 2.5, das bisher intelligenteste KI-Modell von DeepMind (Deep Dive)
ChatGPT Team: Jetzt mit Google-Drive-Integration (Deep Dive)
DeepSeek: Modell V3-0324 mit verbesserter Textgenerierung (Deep Dive)
Qwen2.5-Omni: Multimodale KI auf dem nächsten Level (Deep Dive)
Jotform: Automatisiert deinen Kundenservice mit KI-Agenten (Deep Dive)
CopyOwl: Dein KI-Schreibassistent (Deep Dive)
Job Board
🔥 Top Job: Agicap zählt mit €145 Mio. Funding zu den bestfinanzierten Scale-Ups Frankreichs – und expandiert jetzt weiter. Dafür sucht das französische Team ein:e VP Operations in Lyon, Berlin, Paris oder Mailand.
📌 Personio: Staff Product Manager, München
📌 Banxware: Chief of Staff, Berlin
📌 Lumaly: Founders Associate, Berlin
📌 Armira: Investment Associate Growth Equity, München
📌 Demecan: International Market Expansion Manager, Berlin
📌 BMW Foundation: Team Member Accelerator, München
📌 FUTRUE: Chief of Staff, Gräfelfling
📌 Etex: Chief of Staff, Düsseldorf
📌 GlassDollar: Startup Data & Insights Engineer, Berlin
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