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#50: OpenAIs CoreWeave-Deal, DeepSeeks VC-Vorsicht

🦷, liebe Cruncher!

Der erste komplett KI-generierte Werbespot läuft seit dieser Woche im deutschen TV. Für die Zahnpasta-Marke Lacalut lächeln KI-generierte Model in die Kamera, mit wirklich zauberhaft sauberen und symmetrischen Zähnen.

Man könnte auch sagen: Da hat die KI den menschlichen Schauspielern mal ordentlich die Zähne gezeigt.

Before The Bell

*Stand: Vortag, 22 Uhr – was diese Zahlen bedeuten 📊

Big Tech: OpenAI landet CoreWeave-Deal – zum Ärger Microsofts?

Frenemies: OpenAI-CEO Sam Altman und Microsoft-CEO Satya Nadella (Foto: IMAGO)

Was ist passiert? OpenAI hat einen fünfjährigen Vertrag im Wert von $11,9 Mrd. mit dem Cloud-Service-Anbieter CoreWeave abgeschlossen, um Rechenleistung für die Entwicklung und den Betrieb seiner KI-Modelle zu sichern

Die Details: OpenAI erhält zudem eine Eigenkapitalbeteiligung an CoreWeave in Höhe von $350 Mio.

  • CoreWeave 101: CoreWeave betreibt +250k NVIDIA-GPUs (NVIDIA selbst ist mit 6 % an CoreWeave beteiligt), die speziell für KI-Modelle optimiert sind – und will demnächst in einem IPO bis zu $4 Mrd. einsammeln (wir berichteten)

  • Microsofts Rolle: Der Software-Riese war bis jetzt der wichtigste CoreWeave-Kunde – und machte 2024 62 % des CoreWeave-Umsatzes aus

  • IPO-Sorge: Eine solche Abhängigkeit von einem einzigen Kunden ist natürlich nicht das beste Zeichen an Investoren im Rahmen des geplanten CoreWeave-IPOs

Warum das wichtig ist: Weil der OpenAI-CoreWeave-Deal ein strategisch smarter Move für OpenAI und CoreWeave ist – aber nicht so sehr für Microsoft

  • CoreWeave-Vorteil: Kurz vor IPO haben CEO Michael Intrator und seine Mitstreiter ihre einseitige Abhängigkeit von Microsoft reduziert – und damit wohl potenzielle Investoren beruhigt

  • OpenAI-Vorteil: Ab jetzt hat OpenAI nicht nur Zugang zu derselben Cloud wie Microsoft – sondern auch noch Mitspracherechte in dem Unternehmen, das sie betreibt

  • Frenemies: Die Symbiose OpenAI-Microsoft hat beiden KI-Playern jahrelang strategische Vorteile verschafft – weil beide Firmen aber immer mehr zu direkten Konkurrenten werden (vor allem bei der Gewinnung von Enterprise-Kunden), machen sie sich zunehmend unabhängig voneinander

  • Heißt: Microsoft pusht unter Führung von AI-CEO Mustafa Suleyman die Entwicklung eigener Modelle – OpenAI verringert seine Abhängigkeit von Microsoft-Ressourcen, indem es sich neue Partner sucht, wie nun CoreWeave

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Big Bets: Warum Chinas KI-Star DeepSeek noch kein VC-Geld annimmt

Braucht erst mal kein Geld – DeepSeek-Gründer Liang Wenfeng (r.) (Credits: CCTV Plus)

Was passiert: DeepSeek, das viel diskutierte chinesische KI-Startup, lehnt weiterhin Investitionen von Venture-Capital-Gebern ab – trotz großem Interesse aus der Branche

  • Zoom in: DeepSeek ist eines der wenigen Startups, das bislang ohne externe Finanzierung auskommt und sich selbst finanziert hat – hauptsächlich durch die Gewinne des Hedgefonds High-Flyer von Gründer Liang Wenfeng

Die Details: Wenfeng hat klare Gründe, warum er noch keine Investoren in die Firma lässt

  • 1️⃣ Kontrolle behalten: Wenfeng hält 84 % des Unternehmens – was ihm eine außergewöhnlich starke Kontrolle über DeepSeek gibt. Warum riskieren, diese zu verlieren?

  • 2️⃣ Leanes Setup: Wenfeng betonte auch, dass „Geld nie das Problem“ war, sondern eher die Beschränkungen beim Zugang zu fortschrittlichen Chips

  • 3️⃣ Datenschutz und Vertrauen: Als chinesisches Unternehmen steht DeepSeek unter der Überwachung der dortigen Gesetze, was Bedenken bei westlichen Regierungen und Unternehmen aufwirft – Investitionen von chinesischen VCs könnten diese Bedenken verstärken

Warum das wichtig ist: Weil DeepSeek dennoch auf teure und weiterhin knappe AI-Chips angewiesen sein wird – was eine externe Finanzierung möglicherweise notwendig macht, um nicht gegen die hochgerüstete Konkurrenz aus den USA ins Hintertreffen zu geraten

  • Marktinteresse: Tencent und Alibaba haben schon signalisiert, dass sie gern in DeepSeek investieren würden

Top Reads

🏭 Die EU-Kommission will vier "KI-Gigafabriken" für insg. €20 Mrd. zu bauen. Ziel: Europa in KI-Technologie aufholen lassen. Experten melden nun Zweifel an dem Projekt an: Ohne große Cloud-Dienste oder zahlende Kunden sei das Projekt riskant. Die EU hatte die €200 Mrd. schwere InvestAI-Strategie als Antwort auf die US-Stargate-Pläne lanciert. (Deep Dive)

🛡️ Das israelische Start-up Sola hat eine Low-Code-Plattform für maßgeschneiderte Cybersecurity-Apps entwickelt. Mit $30 Mio. Startkapital will Sola die Sicherheitsbranche revolutionieren. Nutzer können ohne tiefe technische Kenntnisse eigene Apps erstellen und bestehende Tools verwalten. Ziel: Sicherheit so einfach machen wie Stripe Zahlungen oder Canva Design. (Deep Dive)

📅 Google führt eine neue KI-Funktion in Gmail ein. Nutzer können ab sofort Termine direkt aus E-Mails in den Google Kalender eintragen. Die von Gemini KI gesteuerte Funktion erkennt automatisch kalenderbezogene Inhalte und bietet einen "Zum Kalender hinzufügen"-Button an. Verfügbar ist das Feature zunächst nur auf Englisch und im Web für bestimmte Google Workspace- und Gemini-Kunden. (Deep Dive)

Headlines

  • Job-Killer KI: “80 % meiner Developer brauche ich nicht mehr” (BI)

  • Visa: Nutzt KI für sicherere Echtzeitüberweisungen in Deutschland (ITB)

  • ServiceNow: Kauft KI-Assistent Moveworks für €2,85 Mrd. in bar und Aktien (AX)

  • Poolside-CEO: Rät Firmen von Entwicklung eigener KI-Grundlagenmodelle ab (TC)

  • AvatarOS: Sichert €6,5 Mio. für KI-gestützte virtuelle Influencer-Plattform (TC)

Tool Updates

  • Mistral OCR: Hebt KI-Dokumentenerkennung auf das nächste Level (MIS)

  • GamingAgent: KI-gesteuerte Gaming-Agenten für PC (GH)

  • VideoLlama: Erstellt binnen Minuten Videos aus Text (VL)

  • Cursor AI: Hilft Marketing-Teams, komplette Kampagnen zu automatisieren (LI)

  • Chaos Coder: Erstellt via KI in Sekunden Website (CC)

Job Board

🔥 Top Job: Das KI-Startup Cohere – wir berichteten im aicrunch – sucht ein:e Country Manager für Deutschland. Mit >$500 Mio. Funding bei $5,5-Mrd.-Bewertung zählt Cohere zu den Top-KI-Startups global. Location: Berlin oder Frankfurt.

📌 Pliant: Revenue Operations Manager, Berlin

📌 Speexx: Chief Financial Officer, Berlin

📌 Partscloud: Chief of Staff, Stuttgart / Berlin

📌 Delivery Hero, Senior Associate M&A, Berlin

📌 Enter: Senior Product Lead, Berlin

📌 Wolt: Product Lead, Berlin, Stockholm oder Helsinki

📌 Economist: Sales Director, New York

📌 Plug & Play: Business Development Intern, München

📌 Notion: Startup Programs EMEA, Remote in Deutschland

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