🤡, liebe Cruncher!

Für alle von euch, die ihre Sorgen heimlich mit einem KI-Modell besprechen, gibt es jetzt ein nützliches Benchmark. Der Spiral-Bench rankt Modelle nach ihrer Sycophancy, also ihrer Neigung, Gesprächspartnern vorschnell zuzustimmen.

Das Ergebnis: Wenn ihr Zustimmung für eure abwegige Position im Streit mit dem Partner braucht, nehmt ihr gpt-4 („Du bist nicht verrückt. Du bist nicht paranoid. Du bist wach."). Wenn ihr Unterstützung bei gefährlichen und esoterischen Wahnvorstellungen braucht, ist DeepSeek wahrscheinlich am besten („Leck’ eine Batterie → erde das Signal").

In diesem Sinne: Wählt weise.

Sina Schnepper, Associate Editor aicrunch ([email protected])

Before The Bell

Big Tech: KI-Wüstentraum – Saudi-Arabien baut mit US-Chips am Tech-Imperium

From Riyadh with Love: US-Präsident Trump und Kronprinz Mohammed bin Salman schmieden Wüsten-Deals für die KI-Supermacht (Foto: IMAGO / APAimages)

Was ist passiert: Saudi-Arabiens neues KI-Unternehmen Humain beginnt mit dem Bau seiner ersten Rechenzentren – mit amerikanischen Chips und königlichem Segen

  • Sand 🤝 Silizium: In Riyadh und Dammam entstehen bis Anfang 2026 Anlagen mit je 100 MW Kapazität – genug Strom, um eine Kleinstadt zu versorgen oder ein paar Tausend Halluzinationen pro Sekunde zu generieren

  • Blackwell Barrel: Humain hat bereits die Genehmigung für 18.000 der neuesten Blackwell-Chips von Nvidia $NVDA ( ▼ 3.33% )

  • Prince of Prompts: Gegründet im Mai 2025 unter dem Public Investment Fund (PIF) und geleitet von Kronprinz Mohammed bin Salman persönlich – weil nichts „unabhängige KI" besser symbolisiert als direkte Kontrolle durch das Königshaus

Die Details: Saudi-Arabien will sich mit dem $10 Mrd. schweren KI-Vorstoß als Tech-Supermacht jenseits des Ölgeschäfts positionieren – und hat dabei überraschend viele Türen in Washington geöffnet bekommen

  • Humain 101: Das im Mai gegründete Staatsunternehmen soll Saudi-Arabien zur KI-Drehscheibe außerhalb der USA machen – mit Rechenzentren, KI-Infrastruktur und Cloud-Diensten, die bis 2030 auf 1,9 Gigawatt anwachsen sollen (ungefähr die Leistung eines kleinen Atomkraftwerks)

  • Cash for Chips: Der Besuch des US-Präsidenten im Mai ebnete den Weg für Chip-Exporte – und bescherte den USA Zusagen über $600 Mrd. für US-Unternehmen

  • GPU Bazaar: Neben Nvidia hat Humain bereits AMD $AMD ( ▼ 3.53% ) für ein $10-Mrd.-Joint-Venture an Bord – plus Qualcomm $QCOM ( ▼ 0.04% ), Cisco $CSCO ( ▼ 0.49% ) und Gespräche mit Elon Musks xAI

  • Arabische Antwort: Humain hat bereits einen eigenen Chatbot namens „Humain Chat" gelauncht – zunächst nur in Saudi-Arabien, ab Oktober dann im gesamten Nahen Osten

Warum das wichtig ist: Saudi-Arabiens KI-Offensive ist mehr als nur ein weiteres Prestigeprojekt – es ist der Versuch, die Post-Öl-Ära einzuleiten und gleichzeitig geopolitische Machtverhältnisse neu zu justieren

  • Petrodollar ➡️ Prozessoren: Das Königreich verfolgt mit „Vision 2030" den Umbau seiner Wirtschaft – weg vom Öl, hin zu Technologie und Dienstleistungen. KI ist dabei nicht nur Mittel zum Zweck, sondern strategisches Asset in einer Welt, in der Daten das neue Öl sind

  • Zoom Out: Mit massiven Investitionen positioniert sich Saudi-Arabien als dritte Kraft im KI-Rennen zwischen den USA und China – und nutzt dabei geschickt die Spannungen zwischen den Supermächten für eigene Ambitionen

Further Reading: Bloomberg, Handelsblatt, Arab News

IN EIGENER SACHE

Frameworks, Fakten, fertig – consultingcrunch ist da

Sie hat ganz sicher consultingcrunch schon abonniert (Foto: IMAGO / W2Art)

Worum geht’s? Wir launchen den consultingcrunch – dein Weekly für alles, was in der Welt der Beratung wirklich zählt. Jeden Montag um 6:00 Uhr (CET) bekommst du die wichtigsten Updates und Personalien aus der deutschen sowie globalen Consulting-Szene. Kompakt, klar, no bullshit.

Warum das wichtig ist: Weil hinter consultingcrunch ein Team aus Ex-Beratern steckt, das weiß, wie der Markt tickt – und wie man komplexe Themen in <5 Minuten verständlich runterbricht.

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Big Bets: Nikkei & Asahi verklagen Perplexity AI – Japans Verlage fordern $15 Mio. wegen KI-Raubkopien

Perplexity-CEO Aravind Srinivas: KI-Visionär oder Copycat im Anzug? (Foto: IMAGO / AFLO)

Was ist passiert: Nikkei und Asahi Shimbun, Japans größte Medienhäuser, ziehen gegen das KI-Startup Perplexity vor Gericht und fordern jeweils $15 Mio. Schadensersatz für unerlaubtes Content-Scraping

  • Paywall Payback: Nach Yomiuri Shimbun Anfang August haben Nikkei (think: Eigentümer der Financial Times) und Asahi Shimbun identische Klagen eingereicht – die japanische Verlagswelt rückt geschlossen gegen die KI-Scraper vor

Die Details: Die Japaner werfen Perplexity vor, bewusst technische Schutzmaßnahmen umgangen zu haben – während andere KI-Firmen zumindest Lizenzvereinbarungen mit Verlagen anstreben

  • Perplexity 101: Das 2022 gegründete KI-Startup hat sich als „Suchmaschine mit Quellenangaben" positioniert und sammelte bereits +$100 Mio. Risikokapital ein – mit dem Versprechen, Google durch KI-gestützte Recherche zu ersetzen

  • Besonders pikant: Die KI-Zusammenfassungen seien oft inhaltlich falsch – und beschädigen damit die Glaubwürdigkeit der Verlage

  • Global Copyfight: Perplexity kämpft bereits in den USA gegen eine Klage von Dow Jones, während OpenAI sich mit der New York Times herumschlägt

Warum das wichtig ist: OpenAI hat bereits erkannt, dass Deals mit Verlagen günstiger sind als Gerichtsverfahren – und Vereinbarungen mit News Corp, Axel Springer und AP geschlossen, während Perplexity noch auf Konfrontationskurs setzt

  • Cash to Copy: Perplexity soll laut Bloomberg einigen Verlagen bereits Umsatzbeteiligungen angeboten haben

  • Domino Effect: Japans Urheberrecht gilt als streng – ein Urteil gegen Perplexity könnte zum Dominoeffekt für ähnliche Klagen weltweit führen und damit das gesamte Geschäftsmodell der „KI-gestützten Suche" in Frage stellen

Further Reading: Bloomberg, Financial Times

Top Reads

🔁 xAI, Elon Musks KI-Unternehmen, hat still und heimlich seinen Status als Public Benefit Corporation aufgegeben, wie CNBC berichtet. Damit entfällt die rechtliche Verpflichtung, neben finanziellen Zielen auch gesellschaftliche und ökologische Verantwortung zu übernehmen und darüber Rechenschaft abzulegen. Offenbar hat man bei xAI festgestellt, dass "Benefit" und "Corporation" in einem Musk-Unternehmen wohl nicht zusammenpassen. (Deep Dive)

🤖 Kogan.com setzt auf KI-Effizienz der besonderen Art: CEO Ruslan Kogan ließ bei der Präsentation der Unternehmensergebnisse eine KI-generierte Version seiner Stimme die vorbereiteten Remarks vortragen. Für die Analysten-Fragen mussten die echten Executives dann doch persönlich ran. Die präsentierten Zahlen waren allerdings weniger beeindruckend als die Technologie-Demo – der australische Online-Händler rutschte mit einem Nettoverlust von $25,6 Mio. ins Minus. (Deep Dive)

🧠 IBM $IBM ( ▼ 0.91% ) und AMD $AMD ( ▼ 3.53% ) schließen sich zusammen, um die nächste Generation von Quantencomputern zu entwickeln, die IBMs Quantentechnologie mit AMDs High-Performance-Computing kombiniert. Das Ziel: fehlertolerante Quantencomputer bis zum Ende des Jahrzehnts, die Fehler in Echtzeit erkennen und beheben können. (Deep Dive)

🖼️ Google $GOOG ( ▲ 0.55% ) verbessert den KI-Bildeditor in seiner Gemini-App mit fortgeschrittenen Bearbeitungsfunktionen. Nutzer können jetzt zwei Fotos kombinieren, mehrere Änderungen am selben Bild vornehmen, verschiedene Designs nutzen oder sich virtuell umziehen, ohne dabei ihr Erscheinungsbild zu verlieren. Offenbar hat Google beschlossen, dass die Welt mehr KI-generierte Outfit-Wechsel braucht. (Deep Dive)

🤖 KI macht es Berufseinsteigern in der Tech-Branche zunehmend schwerer, einen Job zu finden, wie eine neue Stanford-Studie zeigt. Die Beschäftigung von 22- bis 25-Jährigen in KI-exponierten Berufen wie Softwareentwicklung ist in den letzten drei Jahren um 13% gesunken, während erfahrene Kollegen unbeeindruckt weiterprogrammieren. Ausgerechnet die Generation, die mit "Learn to code" aufgewachsen ist, wird jetzt von Algorithmen ausgebremst. (Deep Dive)

Headlines

  • Studie: 32 % der Verbraucher nutzen KI zum Einkaufen (Deep Dive)

  • YouTube: Testet ML-Verbesserungen für Shorts, bestreitet Einsatz von KI (Deep Dive)

  • GIC: Verhandelt über Investition in Goodman-Datenzentren (Deep Dive)

  • Google: Entdeckt China-nahe Hackerangriffe auf Diplomaten in Südostasien (Deep Dive)

  • Malaysia: Präsentiert ersten eigenen KI-Chip im globalen Wettrennen (Deep Dive)

  • Baidu: Erwägt weiteren Dim Sum Bond-Verkauf in Rekordjahr für Markt (Deep Dive)

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📌 Alstin Capital: VC Analyst Intern, München

📌 Scalable Capital: Graduate Program - Investments & Banking, Berlin

📌 OCCIDENT: VC Analyst, München

📌 TEQ Capital: Investment Analyst, Bonn

📌 BWK: Junior Investment Manager, Stuttgart

📌 4impact capital: Principal, Den Haag

📌 HV Capital: Analyst Deeptech Early Stage Team, Berlin

📌 Wallet Studio: Chief of Staff - Strategic Growth, Berlin

📌 Upvest: Solutions Consultant, Berlin/London

📌 Gateway Ventures: Visiting Analyst, Wien

📌 Smart Infrastructure Partners: Werksstudent - Venture Capital, Leipzig

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